Januar 10, 2026

Die 10 wichtigsten Grundlagen

Wer bessere Fotos machen möchte, sollte den Automatik-Modus verlassen und verstehen, wie eine Kamera funktioniert. Hier sind die 10 wichtigsten Begriffe und Konzepte, die jeder Fotograf kennen sollte – von der Belichtung bis zu optischen Fehlern. Das hilft dir auch im Umgang mit darktable.

1. Die Blende (Aperture)

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die Licht auf den Sensor fällt. Sie funktioniert wie die Pupille unseres Auges.

  • Kleine Zahl (z. B. f/1.8): Die Blende ist weit offen. Viel Licht kommt herein. Der Hintergrund wird unscharf (ideal für Porträts).
  • Große Zahl (z. B. f/16): Die Blende ist weit geschlossen. Wenig Licht kommt herein. Das Bild ist von vorne bis hinten scharf (ideal für Landschaften).

2. Die Verschlusszeit (Shutter Speed)

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt ist.

  • Kurze Zeit (z. B. 1/1000 Sekunde): Friert Bewegungen ein. Perfekt für Sport oder spielende Kinder.
  • Lange Zeit (z. B. 2 Sekunden): Bewegungen verschwimmen. Wasser wird weich und seidig, Autoscheinwerfer werden zu Lichtspuren. Stativ erforderlich!

3. Der ISO-Wert

Der ISO-Wert gibt an, wie empfindlich der Kamerasensor auf Licht reagiert.

  • Niedriger ISO (100–200): Beste Bildqualität, kein Rauschen. Nutze dies bei Tageslicht.
  • Hoher ISO (1600–6400): Ermöglicht Fotos bei wenig Licht ohne Blitz, führt aber zu „Bildrauschen“ (Körnung) und Detailverlust.

4. Die Brennweite (Focal Length)

Die Brennweite (in Millimetern gemessen) bestimmt den Bildausschnitt und wie nah das Motiv wirkt.

  • Weitwinkel (14mm – 35mm): Erfasst einen großen Bereich. Ideal für Landschaften und Architektur.
  • Normalbrennweite (ca. 50mm): Entspricht in etwa dem menschlichen Sichtfeld.
  • Teleobjektiv (85mm – 300mm+): Holt weit entfernte Objekte nah heran. Ideal für Tierfotografie und Porträts (schmeichelhafte Proportionen).

5. Chromatische Aberrationen (CA)

Ein optischer Fehler, den man kennen sollte. CAs entstehen, weil Linsen unterschiedliche Farben (Wellenlängen) des Lichts unterschiedlich stark brechen.

Wie sieht das aus? Hässliche violette oder grüne Farbsäume an kontrastreichen Kanten (z. B. dunkle Äste vor hellem Himmel).
Lösung: In der Nachbearbeitung (z. B. Darktable oder Lightroom) lässt sich dies meist mit einem Klick entfernen.

6. Schärfentiefe (Depth of Field)

Die Schärfentiefe beschreibt den Bereich im Bild, der scharf abgebildet wird. Sie ist ein wichtiges Gestaltungsmittel.

Sie wird beeinflusst durch:

  • Blende: Offene Blende = wenig Schärfentiefe (unscharfer Hintergrund).
  • Brennweite: Teleobjektive erzeugen leichter einen unscharfen Hintergrund als Weitwinkel.
  • Abstand: Je näher du am Motiv bist, desto unschärfer wird der Hintergrund.

7. Weißabgleich (White Balance)

Licht hat unterschiedliche Farben (Farbtemperaturen). Kerzenlicht ist gelb/rot, Schatten im Schnee ist blau. Unser Gehirn gleicht das aus, die Kamera muss es erst lernen.

Der Weißabgleich sorgt dafür, dass weiße Flächen im Bild auch wirklich weiß aussehen und nicht gelb- oder blaustichig sind. Wer im RAW-Format fotografiert, kann dies später verlustfrei ändern.

8. RAW vs. JPEG

Das Dateiformat entscheidet über deine Möglichkeiten in der Bearbeitung.

  • JPEG: Das Bild ist fertig entwickelt, komprimiert und braucht wenig Platz. Gut für schnelle Schnappschüsse.
  • RAW: Das „digitale Negativ“. Es enthält alle Rohdaten des Sensors. Es muss bearbeitet werden, bietet aber enorme Reserven, um zu dunkle Schatten aufzuhellen oder falschen Weißabgleich zu korrigieren.

9. Das Histogramm

Verlasse dich nicht nur auf das Display deiner Kamera, um die Helligkeit zu beurteilen! Das Histogramm ist eine grafische Kurve, welche die Helligkeitsverteilung zeigt.

Berührt die Kurve den linken Rand, saufen Schatten in Schwarz ab. Berührt sie den rechten Rand, fressen Lichter in reines Weiß aus. Ein gutes Histogramm hat meistens (nicht immer) eine Art „Berg“ in der Mitte.

10. Die Drittel-Regel (Komposition)

Technik ist nicht alles – der Bildaufbau ist entscheidend. Die Drittel-Regel besagt, dass man das Bild gedanklich mit zwei horizontalen und zwei vertikalen Linien in neun Teile schneidet.

Platziere dein Hauptmotiv nicht in der Mitte, sondern auf einer dieser Linien oder deren Schnittpunkten. Das wirkt für das menschliche Auge harmonischer und spannender.